Besondere Aufmerksamkeit verdient die Malaria. Gegen sie gibt es keine Impfung, und im Norden und Nordosten Namibias ist die Zahl der Fälle 2026 deutlich höher als sonst. Windhoek, die Küste, die Namib und der Süden des Landes gelten dagegen als malariafrei. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, welche Impfungen sinnvoll sind, wo Malaria vorkommt und wann Sie zum Arzt gehen sollten.
Gibt es eine Impfpflicht für Namibia?
Nein. Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Eine Ausnahme gilt nur für die Gelbfieberimpfung.
Brauche ich eine Gelbfieberimpfung für Namibia?
Namibia selbst ist kein Gelbfiebergebiet. Einen Impfnachweis brauchen Sie nur, wenn Sie aus einem Gelbfiebergebiet einreisen oder dort im Transit länger als 12 Stunden waren. Kinder unter 9 Monaten sind ausgenommen. Zu den betroffenen Ländern gehören zum Beispiel Angola, Äthiopien, Kenia und Uganda. Wer über Addis Abeba oder Nairobi nach Windhoek fliegt, sollte deshalb auf die Aufenthaltsdauer am Flughafen achten.
Die Impfbescheinigung gilt nach einer einmaligen Impfung lebenslang. Im Einzelfall wird der Nachweis auch bei kürzerem Transit verlangt, und einzelne Fluggesellschaften haben abweichende Anforderungen. Fragen Sie im Zweifel vor dem Abflug nach.
| Sie reisen aus oder über | Gelbfieber-Nachweis nötig? |
|---|---|
| Deutschland, Österreich, Schweiz | Nein |
| Botswana, Sambia, Simbabwe, Südafrika | Nein, diese Länder stehen nicht auf der Liste |
| Angola, Äthiopien, Kenia, Uganda und weitere Länder auf der Liste | Ja |
| Transit von mehr als 12 Stunden in einem Gelbfieberland | Ja |
Welche Impfungen werden für Namibia empfohlen?
Die Empfehlungen stützen sich auf das Auswärtige Amt und reisemedizinische Fachstellen. Welche Impfungen für Sie sinnvoll sind, hängt von Route, Reisedauer, Reisestil und Ihrer Gesundheit ab.
| Impfung | Empfehlung | Das sollten Sie wissen |
|---|---|---|
| Standardimpfungen | für alle | Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Masern und weitere Impfungen sollten nach dem Impfkalender der STIKO aktuell sein. Ein ausreichender Schutz gegen Masern ist besonders bei Kindern wichtig. |
| Hepatitis A | empfohlen | Das Virus wird über Nahrung und Wasser übertragen. Eine Dosis genügt für die Reise, der Schutz setzt nach etwa zwei Wochen ein. Eine zweite Dosis nach 6 bis 12 Monaten sorgt für langfristigen Schutz. |
| Poliomyelitis | empfohlen | Prüfen Sie Ihren Impfschutz und frischen Sie ihn bei Bedarf auf. Mehr dazu im nächsten Abschnitt. |
| Tollwut | je nach Reiseprofil | Tollwut wird vor allem durch Hunde übertragen und verläuft nach Ausbruch fast immer tödlich. Impfstoff und Immunglobuline sind vor Ort kaum erhältlich. In der Regel sind mehrere Impfdosen nötig, Ihr Arzt legt das Schema fest. |
| Typhus | je nach Reiseprofil | Sinnvoll bei einfachen hygienischen Bedingungen. Es gibt eine Spritze mit einer Dosis oder Schluckkapseln mit drei Dosen. |
| Hepatitis B | je nach Reiseprofil | Für Langzeitaufenthalte und engen Kontakt zur Bevölkerung. Meist sind drei Dosen nötig, ein Schnellschema ist möglich. Auch eine Kombination mit Hepatitis A gibt es. |
| Meningokokken | in der Regel nicht nötig | Nur in besonderen Situationen sinnvoll, zum Beispiel bei einfachem Reisestil mit engen sozialen Kontakten. |
| Cholera | in der Regel nicht nötig | Betrifft Reisende so gut wie nie, lokale Ausbrüche sind vor allem im Norden nach der Regenzeit möglich. Wichtiger sind Hygiene und sauberes Wasser. |
| Gelbfieber | nur bei Einreise aus Gelbfiebergebiet | Siehe Abschnitt zur Impfpflicht. |
Wer entscheidet, welche Impfungen ich brauche?
Das klären Sie am besten mit einem Reisemediziner, einem Tropeninstitut oder Ihrer Hausärztin. Bringen Sie Ihren Impfausweis mit und schildern Sie Ihre Route, die Reisedauer und Ihren Reisestil. Eine Rundreise mit Lodges und Mietwagen ist anders zu bewerten als eine Reise mit Zelt und Rucksack. Manche Fachstellen empfehlen die Tollwutimpfung allen Reisenden, das Auswärtige Amt nennt sie nach individueller Indikation.
Welche Impfungen passen zu welchem Reisestil?
| Reisestil | Das kommt in Frage |
|---|---|
| Rundreise mit Lodges und Mietwagen | Aktuelle Standardimpfungen, Hepatitis A und Polio. Tollwut nach individueller Beratung. |
| Reise mit Zelt und Rucksack oder einfachen Bedingungen | Zusätzlich Typhus, Hepatitis B, Tollwut und gegebenenfalls Meningokokken in Betracht ziehen. |
| Langer Aufenthalt oder viel Tierkontakt | Tollwut und Hepatitis B besonders prüfen, auch bei Jagdreisen. |
Polio in Namibia, was Sie 2026 wissen sollten
Seit November 2025 wurden in Namibia in mehreren Umweltproben Impfstoff-abgeleitete Polioviren vom Typ 2 nachgewiesen. Die Behörden haben landesweite Impfkampagnen für Kinder unter 10 Jahren gestartet. Dadurch gilt Namibia als Land mit einem möglichen Risiko der internationalen Verbreitung.
Für Reisende heißt das, Ihren Polio-Impfschutz zu prüfen. Bei einem Aufenthalt von mehr als 4 Wochen sollten Sie die Impfung 4 Wochen bis 12 Monate vor der Ausreise erhalten haben und sie in einem international gültigen Impfausweis dokumentieren lassen. Bei einem kürzeren Aufenthalt ist eine Auffrischung empfohlen, wenn die letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurückliegt.
Malaria in Namibia, wo das Risiko liegt
Gegen Malaria gibt es keine Impfung. Schutz bieten konsequenter Mückenschutz und, je nach Region und Reiseroute, Medikamente. Das Risiko ist in Namibia regional und jahreszeitlich sehr unterschiedlich. Die gefährliche Malaria tropica macht über 99 Prozent der Fälle aus.
Wo gibt es in Namibia Malaria?
| Region | Risiko | Zeitraum |
|---|---|---|
| Zambezi (Caprivi), östliches Kavango Ost, nördliches Kavango West, östliches Ohangwena | hoch | ganzjährig |
| Etosha-Nationalpark, große Teile von Kunene, Tsumeb, Grootfontein und übriges nördliches Drittel | hoch, im Winter mittel | hoch von September bis Mai, mittel von Juni bis August |
| Westliches Kunene | mittel | ganzjährig |
| Übriges Land | gering | ganzjährig |
| Windhoek, Namib-Wüste, gesamte Küste, südliche Landeshälfte | malariafrei | ganzjährig |
Welches Risiko genau für Ihre Route gilt, zeigt die Malaria-Karte der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin. Fragen Sie auch in Ihrer Unterkunft nach.
Warum ist Malaria 2026 ein besonderes Thema?
In diesem Jahr ist Malaria in Namibia deutlich häufiger aufgetreten als sonst. Das Gesundheitsministerium meldete bis Anfang September 2026 rund 122.600 bestätigte Fälle und 122 Todesfälle, ein Schwerpunkt liegt in der Zambezi-Region. Auch das Auswärtige Amt weist auf einen starken Anstieg im Norden und Nordosten hin. Wer dorthin reist, sollte die Beratung früh einplanen.
Brauche ich Malariatabletten für Namibia?
Das hängt von Ihrer Route ab. In malariafreien Gebieten wie Windhoek, an der Küste, in der Namib und im Süden brauchen Sie keine Malariamittel. In Gebieten mit hohem Risiko ist zusätzlich zum Mückenschutz eine Tabletteneinnahme sinnvoll. Bei mittlerem Risiko wird für Orte, die mehr als 48 Stunden von der nächsten medizinischen Einrichtung entfernt sind, die Mitnahme eines Notfallmedikaments empfohlen. Malariamittel sind verschreibungspflichtig, die Auswahl besprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Wie schütze ich mich vor Mückenstichen?
- In der Dämmerung und nachts besonders konsequent schützen, denn dann stechen die Anophelesmücken.
- Auf unbedeckter Haut regelmäßig ein wirksames Mückenschutzmittel auftragen.
- Lange, helle Kleidung tragen, in Risikogebieten möglichst imprägnierte.
- Unter einem Moskitonetz schlafen, wenn Ihr Zimmer nicht klimatisiert oder geschützt ist.
Weitere Gesundheitsrisiken ohne Impfung
Nicht gegen alles gibt es eine Impfung. Diese Risiken sollten Sie kennen und mit einfachen Regeln verringern.
| Risiko | Das hilft |
|---|---|
| Tollwut bei Robben | Seit 2024 wurden bei Robben in Südafrika und Namibia mehr als 100 Tollwutfälle bestätigt. Halten Sie an der Küste, auch bei Robbenkolonien, Abstand und berühren Sie keine Tiere. |
| Zecken (Zeckenbissfieber, selten Krim-Kongo-Fieber) | Bei Aufenthalten in der Natur nach Zecken absuchen und sich schützen. |
| Bilharziose | Kommt vor allem im Norden vor, in den Regionen West-Kavango, Ost-Kavango und Zambezi. Auf Baden und Schwimmen in Binnengewässern verzichten. |
| Durchfallerkrankungen | Hände waschen, Wasser und Speisen sorgfältig auswählen, siehe Abschnitt zur Reiseapotheke. |
| Milzbrand | Tritt vorwiegend im Nordosten auf. Kontakt zu erkrankten Tieren und Kadavern meiden. |
| Mpox | Es besteht ein Risiko, eine allgemeine Reiseimpfempfehlung gibt es nicht. Engen Kontakt zu erkrankten Personen meiden. |
| Giftschlangen | Kommen vor allem in ländlichen Regionen vor. Festes Schuhwerk tragen und nicht in unübersichtliches Gelände greifen. |
| Sonne | Intensive UV-Strahlung, Sonnenschutz, Kopfbedeckung und Schatten in der Mittagszeit. |
Impfungen für Kinder und Familien
Für Kinder gelten dieselben Überlegungen wie für Erwachsene, Mindestalter und Dosis hängen jedoch vom jeweiligen Impfstoff ab. Besprechen Sie die Reise deshalb frühzeitig mit Ihrer Kinderärztin oder einem reisemedizinischen Zentrum.
- Standardimpfungen prüfen. Achten Sie darauf, dass die Impfungen laut Impfkalender aktuell sind, besonders gegen Masern.
- Gelbfieber ist bei direkter Einreise aus Deutschland kein Thema, Kinder unter 9 Monaten sind ohnehin ausgenommen.
- Tollwut spielt bei Kindern eine größere Rolle, weil sie Tiere gern anfassen. Erklären Sie Ihren Kindern, keine fremden Tiere zu berühren, und bitten Sie sie, jeden Biss oder Kratzer sofort zu melden.
- Malaria ist nur bei Reisen in den Norden ein Thema. Besprechen Sie Schutz und Medikamente für Kinder vorab mit dem Arzt.
- Sonnenschutz und Wasser sind für Kinder besonders wichtig, vermeiden Sie die Mittagssonne.
Impfungen und Gesundheit bei einer Jagdreise
Wer auf die Jagd geht, ist Tieren, Zecken und Blut näher als andere Reisende. Sprechen Sie deshalb vor der Reise ausdrücklich über Ihre Pläne mit dem Arzt.
- Tollwut. Lassen Sie sich zur Impfung beraten, denn der Kontakt zu Wildtieren ist bei der Jagd nicht auszuschließen.
- Tetanus. Der Impfschutz sollte aktuell sein, kleine Verletzungen passieren draußen schnell.
- Zecken. Gegen das Zeckenbissfieber gibt es keine Impfung, Absuchen und Schutz sind wichtig.
- Kontakt mit Blut und Fleisch. Das Krim-Kongo-Fieber kann durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren übertragen werden, Milzbrand durch erkrankte Tiere und Kadaver. Meiden Sie grundsätzlich Kontakt zu Tieren und ihren Ausscheidungen, wo es möglich ist, und essen Sie kein rohes Fleisch.
Wann sollten Sie sich impfen lassen?
Planen Sie die Beratung etwa 4 bis 6 Wochen vor der Abreise ein. So bleibt Zeit für Impfserien mit mehreren Terminen, zum Beispiel bei Hepatitis B oder Tollwut. Auch ein Schnellschema ist bei manchen Impfungen möglich, aber nicht für jeden geeignet. Für Hepatitis A gilt, dass der Schutz etwa zwei Wochen nach der ersten Dosis einsetzt.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen Reiseimpfungen und teils auch Malariamedikamente ganz oder zum Teil. Fragen Sie vorab bei Ihrer Kasse nach und lassen Sie sich die Rechnung geben.
Checkliste für die Gesundheitsvorsorge vor der Reise
- Impfausweis heraussuchen und auf Lücken prüfen
- Beratungstermin bei Reisemediziner, Tropeninstitut oder Hausärztin vereinbaren
- Route, Reisezeit und Aktivitäten für die Beratung notieren
- Impfungen und gegebenenfalls Malariamittel besorgen
- Reiseapotheke und Mückenschutz packen
- Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport abschließen
Reiseapotheke und Gesundheit unterwegs
Die medizinische Versorgung in Namibia ist mit Deutschland nicht vergleichbar. Notfall- und Basisversorgung sind in den großen staatlichen Krankenhäusern und etlichen Privatkliniken gewährleistet, außerhalb der großen Zentren fehlt vielerorts Fachpersonal. Bereiten Sie sich deshalb gut vor.
Was gehört in die Reiseapotheke?
- Wirksames Mückenschutzmittel und Sonnenschutz
- Mittel gegen Fieber, Schmerzen und Durchfall
- Wunddesinfektion, Pflaster, Verbandsmaterial, Pinzette und Zeckenzange
- Ihre persönlichen Medikamente in ausreichender Menge im Handgepäck, bei Bedarf mit einer ärztlichen Bescheinigung auf Englisch
- Ggf. Malariamittel für den Notfall, nach ärztlicher Beratung
Wie sieht es mit Hygiene und Trinkwasser aus?
In Städten, Touristikzentren und guten Hotels ist der Hygienestandard in der Regel hoch. In weniger gut erschlossenen Regionen sollten Sie nur abgekochtes Wasser oder Getränke aus Originalflaschen trinken und Speisen nur gut durchgegart essen. Fragen Sie in Ihrer Unterkunft nach, wie es mit dem Trinkwasser aussieht.
Welche Versicherung brauchen Sie?
Schließen Sie eine Auslandskrankenversicherung ab, die auch den Rücktransport nach Deutschland abdeckt, und nehmen Sie die Bestätigung in englischer Sprache mit. Planbare Behandlungen und Untersuchungen sollten Sie besser in Europa durchführen lassen.
Häufige Fragen zu Impfungen in Namibia
Fazit, gut vorbereitet nach Namibia
Für Namibia brauchen Sie keine Pflichtimpfungen, aber eine gute Vorbereitung. Prüfen Sie Ihren Standardimpfschutz, lassen Sie sich zu Hepatitis A, Polio und je nach Reise zu Tollwut, Typhus und Hepatitis B beraten und klären Sie den Malariaschutz für Ihre Route. Gehen Sie rechtzeitig zum Arzt, packen Sie eine gut bestückte Reiseapotheke ein und schließen Sie eine Auslandskrankenversicherung ab.
Wenn Sie Fragen zur Anreise haben oder Ihre Reise mit uns planen möchten, melden Sie sich gern bei uns.



